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Vorankündigung
 
Mittwoch, 2. November 2016, 20:00 Uhr, Passionskirche
Marheinekeplatz 1, 10961 Berlin
5. IPPNW-Benefizkonzert zugunsten der in Berlin
gestrandeten Lampedusa-Flüchtlinge

 

 
 
 

Heidrun Holtmann
(© Foto: Bettina Stoess)

 
Die Pianistin Heidrun Holtmann studierte bei Renate Kretschmar-Fischer an der Musikakademie Detmold und gewann 1982 den 1. Preis beim Concours Géza Anda in Zürich. Engagements wie mit dem Royal Philharmonic Orchestra London unter Antal Doráti, dem Detroit Symphony Orchestra mit Iván Fischer und dem Tonhalle-Orchester Zürich mit David Zinman führten sie rasch auf die internationale Bühne. Als Gast internationaler Festivals konzertierte sie u. a. in Salzburg, Paris, Barcelona, Brescia/Bergamo, Stresa, Luzern, Berlin, Bonn, dem Klavier-Festival-Ruhr, MDR-Musiksommer, Schleswig-Holstein Musik Festival, Lockenhaus, Kuhmo. Ihre Tourneen führten sie durch Europa, Asien, USA, Kanada und Südamerika. Internationale Rundfunk- und Fernsehanstalten arbeiten häufig mit ihr.
www.heidrun-holtmann.de
 
 

Jenny Erpenbeck
(© Foto: Katharina Behling)

 
Jenny Erpenbeck, geboren in Berlin, machte nach dem Abitur eine Buchbinderlehre und studierte Theaterwissenschaft sowie Musiktheaterregie in Berlin. Sie inszenierte Musik- und Schauspielaufführungen u.a. am Berliner Ensemble, am Opernhaus Graz, am Staatstheater Linz und an der Deutschen Staatsoper Berlin. Literarisches Debüt 1999 mit der „Geschichte vom alten Kind“. Seither weitere literarische Veröffentlichungen, zuletzt die Romane „Aller Tage Abend“ und "Gehen, ging gegangen". Für ihr Werk erhielt sie verschiedene Preise, darunter den Preis der Jury beim Klagenfurter Ingeborg-Bachmann Wettbewerb, den Breitbachpreis, den “Independent Foreign Fiction Prize” (GB), sowie zuletzt den Thomas-Mann-Preis. Sie lebt mit ihrer Familie als freischaffende Autorin in Berlin.
 
 
Der Erlös des Benefizkonzertes ist für die sogenannten Lampedusaflüchtlinge, die seinerzeit in den Zelten auf dem Oranienplatz lebten, bestimmt. Die meisten dieser Schwarzafrikaner waren Bürgerkriegsflüchtlinge aus Libyen. Sie waren gegen ihren Willen mit Waffengewalt in die Boote nach Lampedusa gezwungen worden. Von Italien kamen sie über Umwege nach Berlin auf den Oranienplatz. Nachdem sie diesen geräumt hatten, der Senat aber seine Zusagen nicht eingehalten hatte, waren sie auf die Unterstützung der Kirchen und vieler ehrenamtlichen Helfer angewiesen. Das sind jetzt immer noch rund 130 Menschen. Die meisten haben keinen festen Aufenthalt und keine Arbeitserlaubnis, ihre Zukunft ist ungewiss. Viele der Flüchtlinge leiden weiterhin unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Flucht.
 
Die rund 80.000 Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern, die im letzten Jahr nach Berlin gekommen sind, haben wir bereitwillig aufgenommen und sie können sich integrieren. Warum gibt es keine entsprechende Willkommensregelung für diese geringe Zahl von 130 Bürgerkriegsflüchtlingen aus Libyen, die z. T. schon seit 4 Jahren in unserer Stadt leben? Die Unterstützer und Kirchengemeinden gelangen immer wieder an ihre finanziellen und personellen Grenzen. Die Flüchtlinge verzweifeln, werden krank und haben oft keine Kraft mehr. Sie fühlen sich unerwünscht, ausgegrenzt und verlassen.
 
Wir dürfen Bürgerkriegsflüchtlinge nicht einteilen in gute und schlechte, in willkommene und unerwünschte. Wir müssen den Lampedusaflüchtlingen ein humanitäres Bleiberecht geben, damit sie für sich selbst sorgen können, statt immer noch auf Almosen angewiesen zu sein. Auch für jeden Flüchtling gilt: die Würde des Menschen ist unantastbar.