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Rückblick
 
Donnerstag, 9. November 2017, 20 Uhr Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin, Breitscheidplatz
79 Jahre nach der Terrornacht 1938 („Reichskristallnacht") –
Wort und Musik zu Exil und Asyl

IPPNW-Benefizkonzert zugunsten des Raums der Namen im Holocaust Mahnmal
 

Bild: „Brände“ von Dirk van der Meulen (1972)
 
Berlin Piano Trio:
Nikolaus Resa Klavier, Krzysztof Polonek Violine und
Katarzyna Polonek Violoncello
 
Sprecher: Therese Affolter und Gerd Wameling
 
Begrüßung: Pfarrer Martin Germer
 
 
Das Programm:
 
B. Martinů: Nr. 2 aus 5 Pièces brèves für Klaviertrio
 
Ein Schweizer Kaufmann berichtet: „... ich hatte den Abend des 8. November 1938 bei Freunden in Nürnberg zugebracht. Juden.“
 
D. Schostakowitsch 2. Klaviertrio: 1. Satz
 
Fernschreiben des Geheimen Staatspolizeiamtes, Amt II vom 9. November 1938 „1. Es werden in kürzester Frist in ganz Deutschland Aktionen gegen Juden insbesondere gegen deren Synagogen stattfinden.“ (...)
 
Erich Kästner: „In jener Nacht fuhr ich, im Taxi auf dem Heimweg, den Tauentzien und Kurfürstendamm entlang.“
 
Toni Lessler, Direktorin der „Privaten Waldschule Grunewald: Kinder berichten über die Synagogenbrände.
 
D. Schostakowitsch 2. Klaviertrio: 2. Satz
 
Erna Albersheim: Eine Geschäftsstürmung in Frankfurt am Main.
 
„... und trat dem Mob gegenüber“
 
D. Schostakowitsch 2. Klaviertrio: 3. Satz
 
Friedrich Reck: aus Tagebuch eines Verzweifelten. „Vergebens zerbreche ich mir den Kopf über den Sinn dieser von Goebbels veranstalteten Judenverfolgung...“
 
D. Schostakowitsch 2. Klaviertrio: 4. Satz
 
Berlin 2012
Berthold Brecht: Über die Bezeichnung Emigranten.
 
Afrikanische Flüchtlinge errichten auf dem Berliner Oranienplatz ein Camp um gegen die europäische Asylpolitik zu protestieren.
Die Geschichte von Bashir – Plötzlich kenterte unser Schiff und alle fielen ins Wasser.
Viele konnten nicht schwimmen. (...) Nur etwa 300 Menschen überlebten. Meine Kinder habe ich verloren. Meine Tochter war 5, mein Sohn war 7.
 
A.Dvorák „Dumky-Trio“: 2. Satz
 
Berlin 2016
Bashirs Vergebliches Warten auf Anerkennung als Kriegsflüchtling.
Aus: Nachruf von Jenny Erpenbeck
 
Mascha Kaléko: Inventar
 
J.S. Bach Cellosuite Nr. 5: Sarabande
 
 
Eine gemeinsame Veranstaltung von IPPNW-Concerts, dem Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. und der Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin
 
 
Die Künstler:
 

Das deutsch-polnische Berlin Piano Trio wurde 2004 von drei international prämierten Solisten gegründet und hat sich seitdem als ein führendes junges Klaviertrio etabliert. Die Formation mit Nikolaus Resa (Klavier), Krzysztof Polonek (Violine) und Katarzyna Polonek (Violoncello) wurde u. a. in der Kammermusik-Soloklasse von Markus Becker an der Hochschule für Musik und Theater Hannover ausgebildet und war Mitglied der renommierten European
Chamber Music Academy (ECMA). Das Trio gewann bei den Sommets Musicaux in Gstaad den begehrten Festivalpreis und setzte sich dabei gegen die damaligen 1. und 2. Preisträger des renommierten ARD-Wettbewerbs in München durch. Zudem gewann das Ensemble den von Krzysztof Penderecki ins Leben gerufenen Kammermusikwettbewerb für zeitgenössische Musik in Krakau, den Europäischen Kammermusikwettbewerb Karlsruhe sowie zahlreiche Publikums- und Sonderpreise und war unter den Erstplatzierten des Joseph-Haydn-Wettbewerbs Wien. Die künstlerische Tätigkeit des Trios, das auch Meisterkurse gibt, ist durch zahlreiche Aufnahmen dokumentiert. Nikolaus Resa korrepetiert an der UdK Berlin, Katarzyna Polonek führt ihre Celloklasse an der Musikakademie in Posen und Krzysztof Polonek ist Mitglied der Gruppe der ersten Geigen der Berliner Philharmoniker.
Das Trio ist auch zu hören auf den IPPNW-Concerts Benefiz-CDs Nr. 79 und Nr. 80.
 
 

Gerd Wameling wurde 1948 in Paderborn geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen. Sein erstes Engagement erhielt er am Theater am Turm in Frankfurt am Main. Dort entdeckte ihn Peter Stein und holte ihn 1974 nach Berlin an die Schaubühne, deren renommiertem Ensemble er fast 20 Jahre lang angehören sollte. Einem breiten Publikum ist er vor allem als Staatsanwalt Dr. Fried aus der Sat1-Serie »Wolffs Revier« bekannt. Unter der Regie erstklassiger Regisseure spielte er ein beeindruckendes Spektrum an Rollen – sowohl im Film als auch auf der Theaterbühne. In der Komödie »Kunst« von Yasmina Reza
feierte er einen triumphalen Erfolg und brillierte als Serge, der sich ein weißes Bild kauft, welches Konflikt und Dynamik in die Freundschaft dreier Männer bringt. Seit 2005 ist er ordentlicher Professor an der UdK Berlin. Neben dem Spielen ist Gerd Wameling das Lesen zur Profession geworden. Für Radio Kultur des RBB las er unter anderem den Roman »Schuld und Sühne« von Dostojewski. Neueste Audio-CD's sind: Glenn Gould/ Schwarzkopfbänder bei SONY, Jean-Luc Bannalec: "Bretonische Verhältnisse" und "Bretonische Brandung" bei D>A
 
 

Therese Affolter wurde nach Abschluss ihres Schauspielstudiums in Wien 1974 von Claus Peymann an das Württembergische Staatstheater Stuttgart geholt. Weitere Engagements führten sie ans Schauspielhaus Hamburg (1980 - 1982) und ans Residenztheater München (1982 - 1984), bevor sie mit Jürgen Flimm zunächst in Köln, dann am Hamburger Thalia Theater arbeitete. 1987 holte George Tabori sie an das von ihm geleitete, am Wiener Schauspielhaus angesiedelte Theater Der Kreis.
Wiederum unter Claus Peymanns Regie spielte Therese Affolter im Ensemble des Wiener Burgtheaters; dann folgte sie ihm ans Berliner Ensemble. Dem Theaterpublikum ist sie nicht zuletzt als Brecht-Interpretin präsent. Im Februar 2000 übernahm Therese Affolter bei der Uraufführung des Stücks Das Ende der Paarung von Franz Xaver Kroetz die Rolle der Petra Kelly. Einer ihrer großen Leinwand-Erfolge war die Darstellung der Ulrike Meinhoff in dem 1986 mit dem Goldenen Bären prämierten Film Stammheim (Regie: Reinhard Hauff). Zu den Auszeichnungen Therese Affolters gehört der Kunstpreis des Kantons Solothurn (2001), und für „Fühling im Herbst“ der Swissperform-Preis als beste Darstellerin, der Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Preis der Studentenjury der Filmakademie Baden-Württemberg (alle 2010) und die Nominierung für den Schweizer Filmpreis für die Beste Nebenrolle in „Die göttliche Ordnung“ (2017).
Theres Affolter ist auch zu hören auf den IPPNW-Concerts Benefiz-CDs Nr.57, Nr.73 und zu erleben auf der IPPNW-Concerts DVD 1/2.
 
 
Der Raum der Namen im Berliner Holocaust Mahnmal
 
Dieser Ausstellungsteil ist den individuellen Lebensgeschichten von Opfern des Holocaust aus ganz Europa gewidmet.
Die jeweilige Kurzbiografie wird über Lautsprecher hörbar, während Vor- und Nachname sowie die Lebensdaten an alle vier Wänden projiziert werden.
Die Stiftung hat – ausgehend von den Informationen in der Namensdatenbank der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem und unter Berücksichtigung der neuesten Forschungsergebnisse – bis zur Eröffnung rund 800 Kurzbiographien recherchiert und mit professionellen Sprechern im Hauptstadtstudio des ZDF und beim RBB aufgenommen. Danach übernahm der Förderkreis "Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V." die Herstellung der Aufnahmen. Bis zum Oktober 2017 wurden vom Förderkreis 12.500 Schicksale sicht- und hörbar gemacht.
Bekannt sind derzeit etwa 3.6 Millionen Namen.
Jedes Schicksal kostet in der Produktion zwischen 80 und 100 EURO.
 
Das Ziel: „Nie aufhören anzufangen“!
Es werden Unterstützer-Paten für die Erstellung weiterer Biographien im „Raum der Namen“ gesucht. Möglichst viele Namen jüdischer Holocaustopfer sollen im „Raum der Namen“ dargestellt werden.
 
Auch Sie können diese wertvolle und wichtige Arbeit unterstützen.
Egal wie hoch Ihre Spende sein mag. Jeder Beitrag hilft ungemein.
 
Sie können überweisen auf folgendes Konto:
Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.
 
Berliner Volksbank eG
Konto: 545 640 8003
BLZ: 100 900 00
IBAN/ISBN: DE78100900005456408003
BIC: BEVODEBB